Das vergangene Jahr war genau wie das jetzige Jahr von der COVID-19-Pandemie geprägt. Trotzdem ging 2020 als Rekordjahr an Neugründungen in die Schweizer Geschichte ein. 

Noch nie wurden so viele neue Firmen gegründet wie 2020. Insgesamt gab es 46'842 Firmeneinträge im Handelsregister. Das entspricht einem Anstieg von 5,3 % zum bisherigen Rekordjahr 2019.

Unterschiede in den Regionen

Der Grossraum Tessin war von der Pandemie am stärksten betroffen. So ist es auch kein Wunder, dass es hier die wenigsten Neugründungen gab. Während es in den Grossregionen der Nordwestschweiz ein Plus von 10,5 % gab, waren es im Tessin 10,6 % weniger Neugründungen als im Vorjahr. Die Südwestschweiz dagegen konnte sich wirtschaftlich wieder erholen und hatte nur noch einen Rückgang von 0,2 % bei den Neugründungen.


Die Coronamassnahmen zeigen Wirkung

Eine Analyse des Institutes für Jungunternehmen zeigt deutlich, dass trotz Coronamassnahmen im ersten Halbjahr bedeutend weniger Firmen gegründet worden. Im zweiten Halbjahr konnte dieser Rückgang komplett aufgeholt werden. Allein im dritten Quartal gab es 11.682 Neugründungen. Das entspricht einem Anstieg von mehr als 15 %. Dieser Trend konnte im letzten Quartal mit einem guten Ergebnis fortgesetzt werden. 13.208 neue Firmen sind entstanden.

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Anzahl der Neugründungen im Vergleich

Seit Bestehen des SHAB im Januar 1883 gab es lediglich im Jahr 2015 einen leichten Rückgang. In allen anderen Jahren wurde die Anzahl der Neugründungen im Folgejahr überboten. Das Jahr 2020 erwies sich als Rekordhalter. Dabei machen fünf Branchen allein 50 % der gesamten Gründungen aus. 16,7 % entfallen auf das Handwerk. Beratungsfirmen stehen mit einem Anteil von 10,2 % an zweiter Stelle. Der Detailhandel mit 8,6 % und das Immobilienwesen mit 8,1 % halten sich ungefähr die Waage. Finanzen und Versicherungen folgen kurz dahinter mit 6,8 %. Die wenigsten Neugründungen fallen auf die Tätigkeitsbereiche Druck und Verlag mit 0,3 % und Hightech mit 0,6 %.


Signal für die Schweizer Volkswirtschaft

Die starke Zunahme an Firmengründungen im vergangenen Jahr ist ein positives Signal für unsere gut funktionierende Volkswirtschaft. Noch nie wurde so viel für den persönlichen Lebensraum ausgegeben wie 2020. Das macht sich bemerkbar. Gewinner dieser Entwicklung sind unter anderem:

  • Händler von Sport- und Freizeitartikeln, 
  • Produzenten und Händler von Spielwaren, 
  • Hofläden oder 
  • Lieferdienste.



Einen absoluten Boom erlebt derzeit der gesamte Onlinehandel. Trotz aller Einschränkungen des täglichen Lebens sind Gründer und Gründerinnen zuversichtlich, dass sich die wirtschaftliche Lage in der nächsten Zeit wieder bessert. Generell kann die Coronakrise als eine Art Bereinigung der finanziell schlecht aufgestellten Unternehmen gesehen werden. Genau das fördert die Gründung neuer Unternehmen. Die Schweiz ist nach wie vor ein starker Handelspartner für ausländische Unternehmen.

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