Den Begriff der Holdinggesellschaft hört man in der Unternehmerlandschaft der Schweiz immer wieder. Aber was ist eine Holding und welche Aufgaben kann sie übernehmen?

In den meisten Fällen ist die Holding eine Aktiengesellschaft oder eine GmbH, deren Aufgabe es ist, Beteiligungen zu halten. An einem Beispiel lässt sich das gut erklären. Wenn Sie Inhaber oder Mitinhaber mehrerer Gesellschaften sind, können Sie die Aktien in ihre eigene Holdinggesellschaft unterbringen. Die Holding hält dann die von Ihnen eingebrachten Firmenanteile.

 

Einschränkungen für die Holding

Allerdings gibt es dabei eine Einschränkung. Eine reine Holdinggesellschaft darf keine wesentliche Geschäftstätigkeit ausüben. Sie übt lediglich Nebentätigkeiten wie zum Beispiel:

  • Finanzierungen,
  • Cash Management oder
  • Führungsaufgaben



aus. Die Holdinggesellschaft kann alle Tätigkeiten ausüben, die nach innen gerichtet sind. Trotzdem bietet die Holding auch für KMU diverse Vorteile. 

 

Gründe, die für eine Holding sprechen

Vor allem finanzielle und steuerliche Überlegungen spielen bei der Entscheidung für eine Holding eine grosse Rolle. Ziel der Unternehmen ist es, mehr Geld zu erwirtschaften, als für die Aufrechterhaltung des Unternehmens notwendig ist. Sehr häufig werden diese Finanzen in den Reserven eingelagert oder jährlich an die Aktionäre ausgeschüttet. Wenn grössere Veränderungen im Unternehmen geplant sind, die mit erheblichen Kosten einhergehen, kann es besser sein, die Finanzen erst einmal in eine Holding zwischenzulagern. Ein weiterer Vorteil der Holding ist es, dass eine Finanzausschüttung keine Steuern auslöst. Stattdessen hält die Ausschüttung die Holdinggesellschaft finanziell schlank und lässt sie wie eine persönliche private Bank fungieren. Die Holding kann Finanzen unter ganz bestimmten Voraussetzungen jederzeit an ihre Tochtergesellschaft oder an Aktionäre verleihen und dafür Zinsen erhalten. Diese Zinsen sind ebenfalls steuerfrei. 

Steuervorteile der Holding

Es gibt zahlreiche Steuereffekte, die sich positiv auf den Geschäftsverlauf der Holding auswirken können. Allerdings sollten Sie nicht nur darauf spekulieren, wenn Sie über die Gründung einer Holding nachdenken. Viel wichtiger ist es, die vielen kleinen Ersparnisse so einzusetzen, dass sich der Profit maximiert. Mit einem guten Berater ergeben sich die steuerlichen Vorteile fast von allein. Steuerfreie Zinserträge und die Begrenzung der privaten Steuerbelastung sind nur zwei Beispiele dafür. 

Nachfolge der Holding

Operative Gesellschaften werden so gestaltet, dass sie finanziell ohne grosse Aufwendungen verkauft oder übergeben werden können. Dabei ist es möglich, den Kauf oder Anrechnungspreis auf die echten Firmenwerte zu fokussieren. Bei dieser Variante wird der Preis durch nicht betriebsnotwendiges Vermögen nicht unnötig angehoben. Gleichzeitig werden bei der Holdinggesellschaft private und geschäftliche Finanzen streng getrennt. Die Eigentumsverhältnisse müssen für Aussenstehende nicht nachvollziehbar sein. Damit kann die Risikobegrenzung, die durch die Gründung einer GmbH oder Aktiengesellschaft besteht, noch einmal maximiert werden.