Im Leben eines KMU gibt es immer wieder Veränderungen, die die Nachfolge oder Übergabe beinhalten können. Die Unternehmensnachfolge regelt den Prozess, mit dem eine Firma langfristig an eine Nachfolgeperson übergeben wird.

Ganz wichtig ist es dabei, diesen Prozess gut vorzubereiten und durchzuführen, wenn das Unternehmen auch weiterhin bestehen soll.

Firmeninhaber sind gut beraten, wenn sie sich so zeitig wie möglich Gedanken darüber machen, wie es nach ihrem Ausscheiden mit der Firma weitergehen soll. Das Gleiche gilt aber auch für alle, die darüber nachdenken, eine Firma zu übernehmen. Für sie geht es vor allem darum, den Firmenalltag kennenzulernen und den finanziellen Status zu überprüfen. 

So funktioniert eine reibungslose Übergabe

Irgendwann muss sich jeder Unternehmer Gedanken über seine Nachfolge machen. In den meisten Fällen ist dieser Prozess mit sehr viel Emotionen verbunden. Deshalb gilt es, zeitig mit der Planung zu beginnen und den Nachfolger gut auszuwählen. Ein paar kleine Tipps können Ihnen diesen Vorgang erleichtern. 

Rechtzeitige Planung

Die meisten Unternehmer beginnen erst dann ihre Nachfolge zu planen, wenn es für sie Zeit wird, das Arbeitspensum etwas zu reduzieren. Die Folge davon ist oft ein überstürzter Verkauf oder sogar die Liquidation ihrer Firma. Statistiken zeigen immer wieder, dass es sinnvoll ist, mit der Planung der Übergabe rund 5-7 Jahre vor dem Termin zu beginnen. Am besten ist es, wenn Sie sich dazu professionelle Hilfe an die Seite holen, um jeden einzelnen Schritt geplant durchzuführen.

Trennung vom Unternehmen

Ein grosses Problem bei der Nachfolgeplanung besteht in unterschiedlichen Vorstellungen der Weiterführung des Unternehmens. Befassen Sie sich zeitig genug damit, haben Sie die Möglichkeit, den Übergang ganz langsam und allmählich anzugehen. Gestehen Sie Ihrem Nachfolger zu, dass er andere Vorstellungen hat und Ihr Unternehmen auf seine Weise führen wird. Das bedeutet auf keinen Fall, dass seine Arbeit deshalb schlechter ist. Suchen Sie sich einen guten Nachfolger und bauen ihn bewusst auf. Der Nachfolger muss nicht unbedingt aus Ihrer eigenen Familie stammen, es kann auch ein Mitarbeiter oder eine andere fähige Kraft sein. 

 Fragen zum Thema? Wir beantworten sie.

Gehen Sie flexibel an die Unternehmensnachfolge heran

Sehr viele Unternehmer oder Unternehmerinnen fixieren sich zeitig auf eine einzige Person als Nachfolgekandidaten. Nicht selten passiert es aber, dass sich gerade diese Person als unwillig oder sogar unfähig herausstellt. Erstellen Sie ein Anforderungsprofil und prüfen Sie weitere Alternativen. Am besten ist es, wenn Sie als Unternehmer mit verschiedenen potenziellen Nachfolgekandidaten aktiv im Kontakt sind, um dann zu entscheiden, wer der beste Kandidat für Ihr Unternehmen ist.

Bewerten Sie Ihr Unternehmen realistisch

Oft scheitert die Übernahme eines Unternehmens an finanzieller Uneinigkeit zwischen Käufer und Verkäufer. Für Sie als Unternehmer bedeutet das Unternehmen nicht nur einen finanziellen Wert, sondern in hohem Masse auch einen ideellen Wert. Der Käufer kann mit Ihrem ideellen Wert wenig anfangen und ist in der Regel auch nicht bereit, diesen zu zahlen. Lassen Sie von einem unabhängigen Experten den realistischen Wert Ihres Unternehmens ermitteln und ziehen diesen Betrag in Ihren Handlungsspielraum ein. Selbst wenn ein Angebot weit unter Ihren finanziellen Vorstellungen liegt, sollten Sie es nicht gleich ablehnen. Manchmal ist es wichtiger, sein Lebenswerk an jemanden weiterzureichen, der es mit genauso viel Leidenschaft weiter führt wie Sie. In den meisten Fällen finden Sie dann auch zu einer finanziellen Einigung. 

Denken Sie an Mitarbeiter und Geschäftspartner

Die Planung der Nachfolgeregelung kann bei Mitarbeitern oder Geschäftspartnern zu Unsicherheit führen. Kommunizieren Sie nicht zehn Jahre lang über Ihren Nachfolger, sondern erst dann, wenn es wirklich spruchreif ist und Sie eine Lösung gefunden haben. Ein Nachfolgespezialist kann Sie juristisch und administrativ beraten und Ihnen viel Papierkrieg ersparen. Er sagt Ihnen auch genau, wann es an der Zeit ist, öffentlich über eine Nachfolge zu reden.

Verkauf des Unternehmens als Mantelgesellschaft

Nicht selten passiert es, dass die Nachfolgeregelung erfolglos verlief oder schlicht verschlafen wurde. Wenn es dann soweit ist, dass kein Nachfolger da ist und der wohlverdiente Ruhestand ansteht, gibt es neben der Liquidation einer Firma auch eine lohnendere Variante: Die AG oder GmbH als Mantelgesellschaft verkaufen.